Leben und Alltag in Frankreich – doch ein deutlicher Unterschied

Heute Morgen mussten Cyrielle, meine Corres, und ich um 6.15 Uhr aufstehen. Wir haben zusammen etwas „Kleines“ gefrühstückt. Meine Gastfamilie fand es sehr erstaunlich, dass ich kaum etwas essen wollte, weil sie dachten, dass die Deutschen morgens immer so viel essen, was bei mir allerdings nicht der Fall ist, da es morgens vor der Schule einfach noch viel zu früh ist.

Als wir um 6.55 Uhr das Haus verließen war es noch stockdunkel aber es wehte ein frischer Wind und die Luft war himmlisch. Als Cyrielle und ich an der Bushaltestelle ankamen ging schon langsam die Sonne auf und der Himmel war wunderschön. Nach einer 25-minütigen Busfahrt kamen wir am selben Parkplatz, wie am Vorabend an und sind von dort aus zum Lycée Felix Esclangon gelaufen.

Dort hatte ich als erstes eine Stunde „Altgriechisch“, was ich allerdings nichts verstanden habe, was sicherlich auch verständlich ist. Im Anschluss haben sich alle 7 deutschen Schüler die auf dem Esclangon sind (drei sind auf dem „les Iscles“ ) und die Lehrerinnen Frau Pfeiffer und Frau Merkle getroffen und wir haben von einer französischen Kollegin eine kleine Schulhausführung bekommen, damit wir uns ein bisschen besser auskennen.

Anschließend haben sich alle deutschen Schüler und die Lehrer von beiden Lycées am oberen Stadttor getroffen und wir haben eine kleine Stadtführung durch den älteren Teil von Manosque bekommen. Es war wunderschönes Wetter und es hat ein herrlich frischer Wind geweht. Außerdem war es echt interessant, weil der Stadtführer uns auch Details verraten beziehungsweise erzählt hat, die man so nicht einfach hätte sehen können.

Beispielsweise wurde uns ein Haus gezeigt, welches früher einmal das Krankenhaus war, oder uns wurde die Bedeutung der schwarzen Schilder mit den Sprüchen darauf erklärt, die in ganz Manosque an den Hauswänden hängen. Es gibt da einen Künstler der diese anbringt und das besondere daran ist, dass sie sich mit der Zeit vom Regen wieder von den Hauswänden spülen lassen. Außerdem haben wir einen Taubenturm gesehen und natürlich etwas über die Geschichte Manosque’s erfahren.

Danach hatten wir eine Stunde Mittagspause, die alle mit ihren Austauschpartnern verbracht haben. Kathrin und ich haben mit unseren Corres, die gut befreundet sind, zusammen in der schuleigenen Mensa gegessen und es war ganz lecker. Es gab Bohnen, ein Brötchen, Obst wie zum Beispiel Grapefruits oder Äpfel oder einen Joghurt als Nachtisch und natürlich Wasser dazu, welches hier sehr gechlort ist.

Den Rest der Mittagspause haben wir auf dem Schulhof auf einer Bank im Schatten verbracht.

Nach der Mittagspause gab es für uns im Schulhof des Esclangon eine Begrüßung mit Musik und einem Chor aus Schülern, die echt schön gesungen haben. Die Sonne hat vom blauen Himmel geschienen und die meisten von uns haben nach dem Gießen unseres Freundschaftsbaumes der für die 45 jährige deutsch-französische Freundschaft steht, noch ein Freundschaftsgedicht auf Französisch vor allen vorgetragen.

Anschließend gab es für uns noch ein kleines Büffet mit Saft und leckeren Madeleines im CDI, der großen Bücherei der Schule. In Deutschland haben wir keine so große Bücherei mit eigener Bibliothekarin. Dies ist nur einer von sehr vielen Unterschieden zwischen dem Lycée und dem Gymnasium. Des Weiteren ist mir aufgefallen, dass

  • in Frankreich die Schulen alle mit einem großen Zaun umgeben sind und du dich ausweisen musst um in die Schule zu gelangen, am PMH kann man quasi rein und raus spazieren, wie man möchte.
  • außerdem waren zumindest im Esclangon die Toiletten für Jungs und Mädchen nicht getrennt sondern zusammen und Seife sowie Klopapier waren ebenfalls Mangelware.
  • jeder Schüler dort hat ein Heft womit er sich ausweisen kann und in welches alle Verspätungen und Fernbleiben eingetragen werden. Aber anders als bei uns in Deutschland macht das nicht der Klassenlehrer sondern die „Vie Scolaire“.
  • zusätzlich gibt es dort auch noch ein Internat, wo Schüler die einen weiten Weg haben wohnen können und nur an den Wochenenden nach Hause fahren.
  • ein ganz entscheidender Punkt ist auch, dass die Franzosen ein Ganztagsschulsystem haben und jeden Tag (außer Mittwochs) bis spät abends, meistens bis 18 Uhr, in der Schule sitzen. Danach und vor allem an den Wochenenden noch sehr viele Hausaufgaben zu erledigen haben und lernen müssen. Generell läuft der Unterricht dort komplett anders ab. Welches Schulsystem besser ist, darüber lasst sich streiten, doch ich bin froh über unser Schulsystem am PMHG.

Danach haben wir zusammen noch auf den Anfang der nächsten Unterrichtstunde gewartet und dann sind alle wieder in ihren Unterricht nach Stundenplan gegangen. Kathrin und ich sind in der selben Klasse mit unseren Austauschschülerinnen und hatten eine Stunde Französisch, eine Stunde Literatur und dann noch ein Fach welches mit Wirtschaft vergleichbar ist, allerdings haben wir zum Beispiel in Wirtschaft aufgrund der Fachbegriffe kaum etwas verstanden.

Als wir um 18 Uhr schließlich Schule aushatten, war Wochenende und ich bin mit Cyrielle mit dem Bus nach Hause gefahren, dort haben wir sehr lecker zu Abend gegessen. Es gab eine Art Salat aus Mais, Tomate und Mozzarella sowie eine provenzalische Suppe und natürlich Brot und Wasser dazu. Und schließlich sogar noch einen Crêpe zum Nachtisch.

Ich finde es sehr erstaunlich, wie schnell ich mich in dieser kurzen Zeit bei meiner Gastfamilie eingelebt habe und wie gut wir uns beim Abendessen unterhalten haben. Ich fühle mich hier sehr wohl und freue mich schon auf die kommende Zeit in Südfrankreich.

Danach wurde noch geduscht und wir sind dann relativ früh ins Bett gegangen, weil wir am nächsten Morgen früh aufstehen mussten. Bonne nuit.

Celina Nowak, 10a

 

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